Januar - Faust für alle

Zum zweiten Mal wurde „Faust für alle“ von Schauspieler Steffen Schlösser als Ein-Mann-Stück im Lernhaus Ahorn aufgeführt.

Freitag, kurz vor 10 Uhr: Die Schüler der Lerngruppe 9 und 10 sitzen in der Mensa. Sie sind noch etwas skeptisch und tuscheln über die bevorstehende Aufführung: „Faust, das ist doch alte, verstaubte Literatur! Was sollen wir denn damit anfangen?“

Plötzlich ist es still. Faust schreitet in den Raum und den Schülern stockt der Atem. Von nun an hat Schlösser das Publikum fest in seinem Bann.

Ohne Bühnenbild, Licht- und Soundtechnik nimmt er die Schüler mit auf die Reise: unter anderem in die Unterwelt des Teufels Mephistos, in den Auerbacher Keller und in den Kerker. Den Prolog im Himmel baut er so auf: „Seht ihr dort die Quellwolken, die vorüberziehen? Und dort sitzen die Erzengel, Gesang, Licht, hier in der Mitte: Gott!“

Die Aufführung hat Tempo, die Szenen wechseln geschwind. Beeindruckend ist hierbei, wie schnell Schlösser in die verschiedenen Rollen schlüpft: Die Gestik, Mimik und der Ton entsprechen den Figuren haargenau. Bemerkenswert! Noch dazu: Die komplizierte Sprache von Goethe.

Doch es gelingt dem Darsteller, diese schülergerecht aufzubereiten. Alltagstaugliche Aussagen wie: „Stellt euch vor, Famulus Wagner, der ist so ein richtiger Nerd. Der will alles wissen und geht Faust jetzt mit ganz vielen Fragen auf die Nerven“ lockern das Stück auf und der Begriff „Drudenfuß“ wird ebenso erklärt.

Zu vielen Lachern und Entertainment führt die Einbindung des Publikums. So übt ein Schüler als Gretchens Bruder Valentin wagemutig ein Luftschwert-Duell aus und eine Schülerin spielt die Hexe, die das Gift zubereitet.

Mit großem Applaus würdigten die Teenies die Aufführung. Die vielen Fragen über das Werk selbst und über Schlössers Leben als Akteur beweisen deren reges Interesse an Literatur und Schauspiel. Folglich waren die Rückmeldungen durchweg sehr positiv. Eine Zehntklässlerin bemerkte: „Wahnsinn, dass Faust heute noch so aktuell ist. Es stimmt, dass die Gier nach mehr Erkenntnis und Lust es unmöglich macht, den Moment zu genießen.“ Bildungsauftrag geglückt.

Zu guter Letzt: Ein herzlicher Dank an den Förderverein der Schule, der den Schülern dieses literarische Erlebnis ermöglichte.

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